Kleckern erlaubt
Alles begann mit einer improvisierten Lösung am Küchentisch. Heute ist die Marke „Little Casimir” erfolgreich im DACH-Raum etabliert, die Produkte finden sich in über 300 Shops, bald expandieren Josefin Ehlers und Isabella Halm-El Shikh in die USA. Und das kam so: Als Isabellas Zwillinge im Beikostalter waren, ging das Chaos beim Füttern los. „Ich hatte tausende Lätzchen zu Hause, aber eigentlich taugte keins davon so richtig”, erinnert sie sich. Der Alltag mit zwei kleinen Kindern bedeutete ständiges Umziehen, Waschen und Aufwischen.
Sie behalf sich kurzerhand mit einem einfachen Spannbettlaken, schnitt Löcher für die Arme und den Kopf hinein – und fertig war ein Schutzschild für die Kleidung. Ein niedliches Foto davon inspirierte Josefin für die Produktidee. „Diese spontane Eingebung wurde also 2022 zur Geburtsstunde von ,Little Casimir’”, erzählen die Gründerinnen, die sich beruflich aus dem Marketingteam eines Klinikverbands kannten – die eine war im Projektmanagement, die andere im Marketing tätig. Was sie verband, war schon damals eine Freundschaft, die über ihre Vierbeiner gewachsen war und später durch ihre Kinder eine neue Richtung bekam.
Offene Fragen
Das erste Produkt war mit „Boo” ein smartes und nachhaltiges Überwurflätzchen. Dafür wurde eine Produktdesignerin mit ins Boot geholt und Prototypen entworfen. Die eigenen Kinder waren die Ersten, die die Lätzchen auf Funktionalität und Komfort überprüfen konnten. Der Weg zum Produkt war nicht ganz so einfach: Fehlende Erfahrung in der Textilbranche, Fragen rund um Materialwahl, Produktionsprozesse und Preisgestaltung – all das erforderte Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen. „Wir wussten am Anfang gar nicht: Arbeiten wir mit dem richtigen Material?” Gleichzeitig half dem Duo eine klare Stärke: schnelle Entscheidungen zu treffen, einen engen Austausch mit der eigenen Community zu pflegen und die Bereitschaft, Feedback konsequent umzusetzen. Getestet wurde das Lätzchen zunächst im kleinen Rahmen über Etsy. Die Resonanz bestätigte den Weg: „Die ersten 100 Stück waren in kürzester Zeit verkauft.”
Was folgte, war ein organisches, von Nachfrage getragenes Wachstum. Social Media, erste Messen und schließlich auch der Handel sorgten für mehr Sichtbarkeit. Einen entscheidenden Schub brachte die Aufmerksamkeit einer Influencerin aus dem Montessori-Umfeld, deren Empfehlung innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Bestellungen auslöste. Der Ansatz „Hilf mir, es selbst zu tun” wurde eng mit der Philosophie der Marke verknüpft. „Gerade beim Essen ist es wichtig, dass Kinder sich frei ausprobieren dürfen. Ich wollte nicht die Mutter sein, die mit zehn Feuchttüchern jeden Tropfen wegwischt”, erzählt Isabella. „Aus eigener Erfahrung wissen wir auch, dass die Akkus von Eltern oft leer sind. Wir erleben gerade im Beikostalter hautnah die Herausforderung zwischen dem kindlichen Bedürfnis nach Autonomie und der elterlichen Sehnsucht nach Erleichterung im übervollen Alltag”, erklären die beiden ihre Motivation, kreativ zu werden.
Mehr Ideen
Inzwischen wurde das Sortiment gezielt erweitert. Neben dem klassischen Modell von „Boo” gibt es Varianten für unterschiedliche Bedürfnisse: wasserabweisende Ausführungen für besonders „abenteuerliche” Essphasen, leichte und schnell trocknende Versionen für unterwegs oder Restaurantbesuche. Ergänzt wird das Angebot nun auch durch Accessoires wie Platzsets, die ebenfalls dem Montessori-Credo folgen, Geschirr oder Wetbags, in denen man feuchte oder verschmutzte Kleidung geruchssicher verstauen kann.
Heute produziert Little Casimir in großen Stückzahlen und wächst kontinuierlich weiter. Aktuell wird nicht mehr in Portugal, wo man mit den wachsenden Mengen nicht mehr fertig geworden war, sondern in der Türkei, an mehreren Standorten rund um Istanbul, gefertigt. Rückschläge gab und gibt es, mit Produzenten genauso wie in der Lieferkette, doch das Vertrauen in das eigene Produkt blieb stets bestehen. „Wir haben immer wieder gemerkt, dass die Nachfrage da ist – das hat uns getragen.” Auch die Unternehmenskultur unterscheidet sich bewusst von vielen anderen Start-ups. Transparenz und Austausch sind den beiden wichtig: „Wir reden über Zahlen, über Rückschläge, über Fails und über das, was nicht funktioniert.”
Überraschungsmoment
Mittlerweile besteht das Team aus zehn Personen, mehr als 15.000 Pakete werden pro Monat versandt. „Allerdings sind viele noch immer überrascht, dass das unser Hauptjob ist und wir nicht zuhause selbst nähen und verschicken.” Sie finden es ernüchternd, immer wieder unterschätzt zu werden: „Wenn sie dann erfahren, dass wir ein Multimillionenunternehmen aufgebaut haben und unseren Umsatz jährlich verdreifachen, sind viele baff.” Besonders schön finden sie wiederum die Erkenntnis, dass man ein Unternehmen gemeinsam erfolgreich führen und gleichzeitig eine enge Freundschaft bewahren kann. „Wir werden oft gefragt: ‚Streitet ihr euch nie?’ Natürlich gibt es Diskussionen – aber echte Meinungsverschiedenheiten eigentlich nicht.”
Bei Buchung eines Aufenthalts von 5 Nächten ist eine Übernachtung gratis. Gerne auch verlängerbar auf 6 = 5 oder 7 = 6… (Nicht mit dem Long Stay Boni kombinierbar.)
Preis ab € 4.536,-