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30.03.2026Elke Jauk-Offner

Kindheit ohne Gepäck

„Ich will es anders machen“ ist der Wunsch vieler Eltern, die selbst in einer emotional belasteten Umgebung aufgewachsen sind. Nichts konfrontiert uns stärker mit den Konflikten der Herkunftsfamilie als die Begleitung der eigenen Kinder, besonders in stressigen Situationen. Alte Muster lassen sich nicht per Willenskraft abstellen. Die systemische Familientherapeutin Carina Thiemann hilft Eltern, diesen Kreislauf zu durchbrechen.


Was war der Auslöser für Sie, sich so intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen?


CARINA THIEMANN In meiner Arbeit als Familientherapeutin habe ich festgestellt, dass sich in manchen Familiengeschichten – auch meiner eigenen – Verhaltensmuster und Beziehungsdynamiken wie ein roter Faden durch die Generationen ziehen und sich immer wieder wiederholten. Auch wenn Eltern sich große Mühe gaben, ihre Kinder wohlwollend zu begleiten und viel Wissen hatten, so scheiterten sie doch immer wieder an ihren eigenen Ansprüchen und Werten.


Warum wiederholen sich Muster so oft über Generationen hinweg – Sie sind ein Teil unserer emotionalen Überlebensstrategie. Kinder lernen nicht durch Worte, sondern durch Beziehung – sie übernehmen unausgesprochen Haltungen, Ängste und Reaktionsweisen. Wenn diese Prägungen unbewusst bleiben, wirken sie wie ein inneres Drehbuch. Veränderung beginnt erst, wenn wir den Schmerz sehen, der diese Muster einst notwendig gemacht hat und uns erlauben, neue Wege zu wählen.


Warum konfrontieren uns stressige Familiensituationen oft direkt mit unserer Kindheit?


CT — Kinder aktivieren die gleichen Gefühle, die wir selbst damals empfunden haben – Hilflosigkeit, Scham, Wut oder Ohnmacht. In Stressmomenten greift unser Nervensystem auf alte Reaktionsmuster zurück, weil es schnell Sicherheit herstellen will. Deshalb fühlen sich banale Alltagssituationen plötzlich so bedrohlich an. Wer lernt, diesen Moment zu erkennen und kurz innezuhalten, schafft Raum zwischen Reiz und Reaktion – und öffnet die Tür zu bewusster Elternschaft und liebevollen Reaktionen.


Was bedeutet “emotionales Gepäck” überhaupt und wie wirkt es sich aus?


CT — Emotionales Gepäck sind ungelöste Gefühle, innere Überzeugungen und Verhaltensmuster, die wir aus unserer Kindheit mitnehmen. Es sind die Stimmen, die uns sagen, wie wir sein müssen, um geliebt zu werden: angepasst, stark, brav oder unauffällig. Dieses Gepäck beeinflusst, wie wir auf unsere Kinder reagieren: ob wir sie wirklich sehen oder unbewusst unsere eigene Geschichte in ihnen fortschreiben. Kinder spüren dieses Gepäck und sie übernehmen es, wenn wir es nicht versorgen. Dann kämpfen auch sie mit hinderlichen Verhaltensmustern wie Tapferkeit, Perfektionsstreben oder Überangepasstheit.

Was sind typische, unbewusste Dynamiken in Familien, die zu Stress, Streit oder Rückzug führen?


CT — In meinem Buch „Kindheit ohne Gepäck“ habe ich sieben häufige Verhaltensmuster ausgearbeitet, unter anderem das Bagatellisieren, also das Kleinreden oder das Validieren, also gänzliche Absprechen von Gefühlen. Diese Dynamiken sind deswegen so schwierig, weil sie das Selbstwertgefühl und Urvertrauen des Kindes ins Wanken bringen. Ein Kind muss die Erfahrung machen „Ich bin okay, egal, ob mein Verhalten okay ist.“ Eine solche psychologisch sichere Fehlerkultur und Familienatmosphäre ist der Nährboden für resiliente, starke Kinder, die den Herausforderungen des Lebens begegnen können.


Strafen, Beschämung, emotionale Kälte – wie erkennen Eltern solche Muster?


CT — In der Familienbegleitung schmunzeln wir gemeinsam mit unseren Klientinnen und Klienten manchmal über diese Frage, wenn sie bemerken: Man erkennt Muster, wenn man hinschaut! In jeder Familie gibt es Themen, leider haben die meisten eine stark ausgeprägte Tapferkeitswunde und glauben, sie müssen alles alleine schaffen. Außerdem haben wir gerade im deutschsprachigen Raum eine stark verinnerlichte Auflage, zu schweigen. Wagen wir es, über unsere Probleme, Ängste, Sorgen und Zweifel zu sprechen, wird es möglich, Zusammenhänge zu erkennen und Muster zu durchbrechen.


Welche Wunden kann man beispielhaft nennen?


CT — Die häufigste Cyclebreaker-Wunde ist die Tapferkeitswunde. Mit dieser Wunde glaube ich, ich darf mir nicht helfen lassen und muss alles schaffen. Weitere Wunden sind die Parentifizierungswunde, hier hat man als Kind zu früh zu viel Verantwortung übernehmen müssen. Heutige Eltern mussten nicht selten ihre jüngeren Geschwister betreuen, obwohl sie selbst noch Kinder waren. Das äußert sich oft in einer Art „Allergie“ gegen Verantwortung. Dann fällt es mir schwer, meine Kinder zu versorgen, weil in mir ein trotziges inneres Kind ruft, das noch nachbeeltert werden möchte. Lernen wir uns selbst nachzubeeltern, wird es möglich, zu einem souveränen Erwachsenen mit einem starken Emotionsmanagement nachzureifen.


Wie fängt man an, negative Verhaltensmuster zu durchbrechen?


CT — Man kann damit starten, ein Genogramm, also einen Familienstammbaum aufzuzeichnen und sich hier Gedanken zu machen, in welcher Lebensrealität Vorfahren gelebt haben und welches Selbst-, Fremd- und Weltbild sie deswegen an uns weitergegeben haben. Hier erwarten einen oft bemerkenswerte Aha-Momente. In „Kindheit ohne Gepäck“ habe ich erarbeitet, wie man Schritt für Schritt zum Cyclebreaker werden kann. Als Familientherapeutin spreche ich von meinem „Baumarkt“ an Methoden. In der Familienbegleitung bei Weltvonunten erreichen wir bemerkenswerte Erfolge. Man kann alleine starten, man darf sich aber auch professionelle Begleitung holen.


Wie schafft man die Gratwanderung zwischen Abgrenzung und dem Wunsch, mit der Familie „abzuschließen”?


CT — Es gibt dafür keine pauschalen Lösungen, aber hilfreiche Methoden. Wenn ich mich vor der Wahl sehe, einen schwierigen Kontakt zur Herkunftsfamilie aufrechtzuerhalten oder ihn abzubrechen, könnte ein Tetralemma als Bodenanker helfen. Dafür lege ich vier Blätter Papier auf den Boden, die beschriftet sind mit „das eine“, also z. B. den Kontakt abbrechen, „das andere“, also den Kontakt erhalten, „beides“ oder „keins“. Geht man das rational an, ist man irritiert, aber in Familien geht es auch ums Fühlen. Stelle ich mich auf diese Blätter, die wir Bodenanker nennen und halte für einen Moment inne, tun sich oft unerwartete Erkenntnisse auf. Einfach mal ausprobieren, man hat nichts zu verlieren!

Was ist Ihre wichtigste Botschaft an Eltern, die Cyclebreaker sein wollen?


CT — Wer lernen will, sich GUT zu fühlen, darf lernen, SICH gut zu FÜHLEN. Über Generationen wurden Gefühle unterdrückt, als etwas für Schwächlinge abgetan. Das macht unsere Gesellschaft krank und kalt. Wir brauchen mehr milde Herzen, die bereit sind, auch belastende Themen besprechbar zu machen. Die Frage ist nicht: Wie machen wir unsere Kinder stark für eine harte Welt? Sondern: Wie machen wir unsere Welt weich für unsere Kinder?


Welche alltagsnahen Beispiele können Sie nennen?


CT — Es beginnt dabei, wie wir mit Kindern sprechen. Macht ein Kind einen Fehler, sagen wir nicht „Selbst schuld“ oder beschämen es, sondern helfen ihm dabei, etwas aus dem Fehler zu lernen. Wir sind so stark darauf konditioniert, zu funktionieren, dass wir regelmäßig nicht nur eigene Grenzen, sondern auch die unserer Kinder übergehen. Wenn wir sie zwingen, etwas zu probieren. Wenn wir ihnen sagen, dass sie nicht in Gummistiefeln losgehen sollen, obwohl sie das möchten. Immer wieder ihren Widerstand brechen. Indem wir hinterfragen, stellen wir ein „gewohntes Normal“ auf den Prüfstand und können alte „Sinnlos-Auflagen“ hinter uns lassen.


Ich empfehle stattdessen, die vier Leitfragen zu Rate zu ziehen: Muss das sein? Muss das jetzt sein? Muss das so laufen? Gibt es einen spielerischen Weg?


Wie hilft systemische Familientherapie dabei, emotionale Altlasten aufzulösen?


CT — Systemische Familientherapie macht sichtbar, was im Verborgenen wirkt. Sie hilft, das Familiensystem zu verstehen, ohne Schuld zuzuweisen, und eröffnet neue Perspektiven auf alte Konflikte. Durch Methoden wie Genogrammarbeit, Aufstellungen oder reflektierende Fragen wird erfahrbar, dass wir zwar geprägt sind, aber nicht ausgeliefert. Wir erarbeiten uns ganz konkrete Handlungsspielräume.


Was möchten Sie Müttern und Vätern mit auf den Weg geben, die spüren: „Ich will etwas verändern, aber ich weiß nicht, wie”?


 CT — Jedes Verhalten ist immer ein Ruf nach Liebe oder ein Ausdruck von Liebe – das gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene. Wir dürfen uns immer gute Gründe unterstellen und müssen uns gleichzeitig nicht davon definieren lassen. Es gibt Wege und Möglichkeiten und bei Weltvonunten warten Inspiration und Unterstützung.


Zur Person: Carina Thiemann ist systemische Kinder-, Jugend- und Familientherapeutin. Sie arbeitete unter anderem als Erzieherin, Sozial- und Traumapädagogin. 2021 gründete sie das Unternehmen und den Instagramkanal „Weltvonunten“ und hat mittlerweile über 100.000 Follower. Sie lebt mit ihrer Familie bei München.

Elke Jauk-Offner
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