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16.02.2026Elke Jauk-Offner

Wie du mir, so ich dir

### Streiten Geschwister wirklich so oft?


 „Ja, das kann durchaus sein“, sagt Kinder-, Jugend- und Familienpsychologin Elisabeth Glauninger, „aber das bedeutet überhaupt nicht, dass in der Familie etwas falsch läuft. Ganz im Gegenteil: Das Austragen von Konflikten ist ein Spiegel des Lebens und ein wichtiges Übungsfeld für Kinder. Hier lernen sie, ihre Bedürfnisse zu äußern, Grenzen zu setzen und andere zu respektieren.“ Ein elterlicher Wunsch nach möglichst großer Harmonie geht in diesem Sinne also fast ein bisschen am Ziel vorbei.Eifersucht, Konkurrenz, Langeweile oder schlicht unterschiedliche Vorstellungen vom gemeinsamen Spiel – all das kann schnell einen Streit vom Zaun brechen. „Der Auslöser als solcher muss auch nicht unbedingt verkehrt sein. Die Kindheit bereitet auf das gesamte Leben vor, Reibung gehört da einfach dazu“, sagt die Expertin, „dabei werden nämlich wichtige Kernkompetenzen wie Emotionsregulation, Frustrationstoleranz und soziales Miteinander geübt.“


##BR


Streitkultur - Gespräche über Geschwisterstreit sind in ihrer Praxis jedenfalls ein Dauerbrenner, denn sehr wohl geht es um die Regeln, nach denen Konflikte ausgetragen werden. Genau in diesem Punkt sind Eltern auch gefordert. Sie leben die Streitkultur vor und sie sind es auch, die im Bedarfsfall mit Know-how zur Seite stehen. Wie sollten sie denn am besten reagieren, wenn es unter Geschwistern wieder einmal so richtig drunter und drüber geht? „Nicht sofort eingreifen, aber gut beobachten, ob die Kinder es selbst lösen können“, empfiehlt Glauninger. Dabei macht allerdings das Alter einen großen Unterschied: Von einem Kleinkind kann man nicht dasselbe Konfliktmanagement erwarten wie von einem Schulkind. Gefühle und Bedürfnisse in Worte zu fassen, ist unter anderem von der allgemeinen Sprachentwicklung abhängig. Die eigenen, oft starken Gefühle der Situation entsprechend angemessen zu vermitteln, bedarf dann noch zusätzlich gut geübter emotionaler Regulationsfertigkeiten – zum Beispiel erlebte Wut als solche zu benennen und abzuschwächen“, so Glauninger. Eltern sind hier Vorbilder und Unterstützer, indem sie alternative Verhaltensweisen aufzeigen – Worte statt Rangeleien, Kompromisse schließen statt mit dem Kopf durch die Wand wollen. Es sind kleine Schritte auf dem Weg hin zu mehr Empathie und prosozialem Verhalten.


Lernfeld - „Es geht also nicht darum, Konflikte zu vermeiden, sondern Kindern Werkzeuge in die Hand zu geben, wie sie damit umgehen können“, sagt die Expertin. Hinter „Ich bin jetzt wütend“, steckt eigentlich schon ein wichtiger Entwicklungsschritt. Gemeinsame Regeln, welches Streitverhalten noch angemessen ist und was absolut tabu ist, lassen einen sicheren Rahmen entstehen, in dem Kinder experimentieren und wachsen können. Dabei gilt auch: „Wenn Kinder lernen, eigene Wege im Austragen von Konflikten zu finden, darf das nicht auf Kosten des Schwächeren gehen.“ Geflügelte Worte wie „Der Stärkere gewinnt“ oder „Der Klügere gibt nach“ sind jedenfalls keine klugen Ratgeber. Nicht nur die Kleinen brauchen Schutz, auch die Großen, wenn etwa der jüngere Bruder wiederholt den Legoturm der älteren Schwester umwirft oder die kleine Schwester die Sachen des großen Bruders ständig versteckt, um ihn zu ärgern. „Rücksicht muss auf beiden Seiten gelernt und geübt werden.“ Der Umgang mit Emotionen spielt im Alltag überhaupt eine zentrale Rolle. „Oft entladen sich Frust in der Schule oder Unstimmigkeiten in Freundschaften unmittelbar in der Geschwisterbeziehung. Gefühle brauchen Raum. Alle Emotionen müssen, dürfen, sollen Platz haben. Aber es ist nicht jede Art, sie auszudrücken, erlaubt.“

Gute Beziehung braucht auch Abstand. Neben dem gemeinsamen Sein und Tun ist es besonders wichtig, jedes Kind als Individuum wahrzunehmen und individuelle Stärken wertzuschätzen, so Glauninger. Elterliche Vergleiche – etwa allein über Leistung, über Schulnoten und Erfolge – können Rivalität unter Geschwistern zusätzlich fördern. Eigene Interessen verfolgen zu können, ist Teil einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Rituale und gemeinsame Aktivitäten dagegen stärken das Miteinander – einfach im Alltag, ohne Inszenierung. Sie schaffen die Möglichkeit, dass jeder sich einbringen kann. Das kann Kuchenbacken genauso sein wie ein kooperatives Spiel.


Keine Schiedsrichter – Geschwisterstreit ist kein Problem, das eliminiert werden muss, sondern ein wertvolles Übungsfeld. Mit Beobachtung, klaren Regeln, Wertschätzung und Raum für Individualität können Eltern ihre Kinder begleiten – und dabei selbst Gelassenheit gewinnen. Denn wer Konflikte als Lernchance sieht, bereitet seine Kinder auf ein starkes Miteinander vor, jetzt und in der Zukunft. Und das Ziel? Nicht, dass Kinder nie streiten, sondern, dass sie lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen, Empathie zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu entfalten. „Wir bereiten sie auf das Leben vor – und dazu gehört Reibung. Wer lernt, Konflikte zu bewältigen, wird später auch außerhalb der Familie besser zurechtkommen.“ Worte statt Rangeleien, Kompromisse statt Durchsetzen um jeden Preis. Es sind kleine Schritte auf dem Weg hin zu mehr Empathie und prosozialem Verhalten.


Sensibilität dafür zu entwickeln, was jemand gerade braucht – „das ist Empathie, die wir auch im Leben draußen brauchen und in der Familie üben. Wie man miteinander umgeht, wie man anderen eine Freude macht, wie man sich entschuldigt, auch dafür ist Familie Lernfläche – es gibt so viele Chancen für soziales Verhalten. Die Frage ist: Ist Gerechtigkeit jedem das Gleiche? Oder ist Gerechtigkeit jedem das zu geben, was er braucht? Rücksichtnahme ist wichtig, ebenso das klare Kommunizieren eigener Bedürfnisse. Eltern müssen keine Schiedsrichter sein, sondern aufmerksame Beobachter. Konfliktmanagement ist eine Form der sozialen Kompetenz, der emotionale Kompetenz zugrunde liegt.

Elke Jauk-Offner
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