Liebe macht Familie
Wann war euch klar: Wir wollen eine Familie gründen – und wie begann euer gemeinsamer Weg dorthin?
BJOERN BEHR – Ich hatte mit Anfang 20, nach meinem Coming-out, den Kinderwunsch eigentlich begraben. In meiner Vorstellung damals hieß es: Entweder schwul sein oder Familie gründen. Beides zusammen schien in der Gesellschaft kaum möglich.
CHRISTIAN BEHR – Ich dagegen hatte den Wunsch nach einem Kind ganz normal. Ich habe ihn nur in eine Schublade gelegt, sicher verwahrt, aber nicht vergessen. Eines Abends fragte ich Björn ganz direkt: „Kannst du dir vorstellen, ein Pflegekind aufzunehmen?“
BB – Ich habe zuerst mit Nein reagiert. Zu groß war die Angst, ein Kind ins Herz zu schließen und es irgendwann wieder hergeben zu müssen. Und doch ließ mich die Frage nicht los. Sie setzte etwas in Bewegung. Ich begann, mich über Adoption, Pflegekinder und darüber zu informieren, wie zwei Männer Eltern werden können.
CB – Und so nahm unsere gemeinsame Reise ihren Anfang, mit vielen Fragen, Gesprächen, Zweifeln und Träumen. Und mit dem festen Entschluss, dass Liebe immer größer ist als jedes „Nicht-dürfen“.
Die Prozesse waren alles andere als leicht. Formularberge, Lebensberichte, Fragekataloge, Seminare, unzählige Gespräche. Man legt dabei sein ganzes Leben offen vor Menschen, die einen kaum kennen. Diese Zeit war kräftezehrend, aber auch unglaublich prägend. Wir sind daran gewachsen, als Paar und als Menschen.
Wie hat sich euer Leben verändert, als Lukas bei euch eingezogen ist – und was ist durch eure kleine Tochter noch einmal anders geworden?
BB – Als Lukas bei uns einzog, hat sich unser Leben spürbar verändert. Früher drehten sich viele Entscheidungen um Karriere, Reisen oder Anschaffungen. Mit einem Kind im Alltag verschieben sich solche Prioritäten ganz automatisch. Wir haben neu verstanden, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist und wie viel Freude in ganz normalen Momenten steckt.
Unsere Geschichte soll andere inspirieren und zeigen: Liebe macht Familie.
CB – Wenn Lukas uns heute erzählt, was er später alles finden möchte, oder wenn sein Lachen durch die Zimmertür zu hören ist, dann wissen wir, warum wir das alles wollten. Mit unserer Tochter hat sich unser Familienleben noch einmal erweitert und vertieft.
BB – Unser Zuhause ist nicht mehr durchgestylt, und das spielt keine Rolle mehr. Wir steigen über Spielzeug, treten nachts mit nackten Füßen auf Legosteine und wischen Handabdrücke an Fenstern erst viel später weg. Diese Spuren zeigen, dass hier gelebt wird.
Was bedeutet für euch „Familie“ – jenseits klassischer Rollenbilder?
CB – Familie bedeutet für uns in erster Linie Verbundenheit. Nicht, wer „Mutter“ oder „Vater“ ist, nicht, welches Geschlecht jemand hat oder wie eine Familie laut Gesellschaft „auszusehen“ hat. Familie ist für uns da, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
CB – Wir möchten anderen queeren Paaren Mut machen: Ein ganz normales Familienleben ist möglich. Und wir möchten zeigen, dass das Leben mit Pflegekindern wunderschön sein kann. Wir wollen nicht „besonders“ wirken, sondern selbstverständlich.
Welche Vorurteile oder Klischees begegnen euch im Alltag – und wie geht ihr damit um?
BB – Es gibt nach wie vor Vorurteile, die uns im Alltag begegnen, mal sehr direkt, mal subtil. Manche Menschen fragen zum Beispiel, ob unseren Kindern „die Mutter fehlt“. Andere wundern sich, wer bei uns „die Mama-Rolle“ übernimmt. Oft steckt keine böse Absicht dahinter, sondern Unwissen oder alte Vorstellungen von Familie.
CB – Wir versuchen, da ruhig zu bleiben und aufzuklären, dass unsere Kinder zwei Papas haben, die sie lieben, versorgen, trösten und begleiten – so wie jede andere Familie auch. Manchmal tut es weh, immer wieder erklären zu müssen, dass wir „normal“ sind. Aber wir merken auch: Jede Begegnung ist eine Chance.
Wie teilt ihr euch Aufgaben im Alltag?
BB – Unser erster Impuls wäre zu sagen, dass Christian eher der Kümmerer ist, der Routine trägt und den Alltag zusammenhält. Und dass ich eher der Abenteurer bin, der organisiert, anschiebt und nach draußen lockt. Aber wir haben gelernt, dass es nicht darum geht, alles 50/50 aufzuteilen, sondern darum, dass es sich für uns beide gut anfühlt.
Euer Hund Anton gehört auch zur Familie. Welche Rolle spielt er im Zusammenleben?
BB – Anton war schon da, bevor wir Eltern wurden. Er war unser „Kind auf vier Pfoten“. Man sieht ihm an, dass er spürt, wie viel sich mit dem Einzug unserer Tochter verändert hat. Er ist neugierig, vorsichtig und immer in ihrer Nähe – als wolle er einfach sicherstellen, dass alles in Ordnung ist. Für Lukas ist Anton längst bester Freund, Zuhörer und Spielkamerad.
Solange unser Modell Fragen aufwirft, werden wir Geschichten erzählen, die verbinden statt trennen.Wir räumen mit Klischees auf, bauen Vorurteile ab und setzen uns für Toleranz, Diversität und Akzeptanz ein.Familie ist dort, wo Menschen sich füreinander entscheiden, jeden Tag aufs Neue. Unsere Kinder erleben nicht, dass sie zwei Papas haben. Sie erleben, wer sie tröstet, wer mit ihnen lacht, wer sie hält und begleitet. Familie ist kein Modell, das man erklärt, sondern ein Gefühl, das man lebt. Und Liebe ist das, was dieses Gefühl trägt.
Welche Werte möchtet ihr euren Kindern mitgeben – und was wünscht ihr euch für ihre Zukunft?
CB – Wir möchten unseren Kindern mitgeben, dass sie gut sind, so wie sie sind. Dass sie nicht funktionieren oder gefallen müssen, um Liebe zu bekommen. Wir wünschen uns, dass sie ihren eigenen Weg gehen können, ohne sich ständig erklären zu müssen. Dass sie Menschen um sich haben, die sie unterstützen. Und wir wünschen ihnen, dass sie immer einen Ort haben, an den sie zurückkehren können – unser Zuhause.
Was waren eure größten Abenteuer – und was die schönsten kleinen Alltagsmomente?
BB – Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken, war unser größtes Abenteuer eindeutig der Weg zu unseren Sohn, vom ersten Gespräch im Jugendamt bis zu dem Moment, in dem er bei uns einzog. Diese Zeit war intensiv, voller Zweifel, Hoffnung und Vorfreude. Und dann sind es die kleinen Momente, die bleiben: Ein Sommerabend auf unserer Terrasse. Wir saßen dort, jeder mit einem Glas Wein, und sahen unserem Sohn zu, wie er im Sandkasten mit seinem Playmobil-Figuren spielte, ganz bei sich, ganz zufrieden. Für uns sind das die schönsten Abenteuer. Die, die mitten im Alltag passieren.
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