Die Kraft der Atmung
Rund 20.000 Atemzüge sind es, die wir jeden Tag tun – Durchschnittlich 300 Millionen Liter Luft atmen wir in unserem ganzen Leben ein. Atmen hält uns am Leben, aber noch viel mehr: Atmen aktiviert oder beruhigt uns.
Die Atmung wird unbewusst gesteuert und kann gleichzeitig willentlich beeinflusst werden. Die Kraft von Atemübungen ist in vielen spirituellen Traditionen verankert. Die Kontrolle der Atmung wird zur Leistungssteigerung eingesetzt und spielt eine elementare Rolle bei der Entspannung und Regeneration. Auch die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit neurologischen und psychologischen Auswirkungen des Atmens auf das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist. „Dass etwas automatisiert ist, bedeutet nicht notwendigerweise, dass es auch gut läuft. Es bedeutet nur, dass es funktioniert“, sagt Timo Niessner. Die meisten Menschen haben sogar eine unnatürliche Atmung. „Man spricht von über 95 Prozent“, sagt der Atemcoach und Apnoe-Taucher, „das hat viel mit dem relativ hohen Tempo in der westlichen Welt zu tun. Wir passen uns diesem Tempo an, das verändert auch unsere Atmung. Dadurch kommt es zu einer Art chronischer Überaktivierung unseres sympathischen Nervensystems.“
Ungenütztes Potenzial - Eine zu schnelle und zu flache Atmung veranlasst unseren Körper zu Kompensationsleistungen, die biochemische Veränderungen zur Folge haben – etwa den pH-Wert im Blut. „Das kann Auswirkungen auf unsere körperliche und mentale Gesundheit haben.“ Genau an diesem Punkt setzt Niessner an: „Über die Atmung kann man die Gesundheit positiv beeinflussen. Ernährung und Sport werden in dieser Hinsicht regelrecht gehypt, aber wie oft atmen wir am Tag?“, unterstreicht er das vielfach ungenützte Potenzial.
Neue Routinen - Es sind Abermillionen Atemzüge, die uns in unserem Leben begleiten. Wie existenziell das Atmen ist, wird oft erst klar, wenn es nicht von alleine fließt. Breathwork rückt die Arbeit mit der eigenen Atmung in den Fokus. Um eine stärkere Verbindung zwischen Kopf und Körper zu schaffen, gilt es in ersten Schritten die Selbstwahrnehmung zu intensivieren. Das kann beispielsweise mithilfe eines Atemjournals gelingen, in dem man eine Woche lang täglich Erfahrungen und Emotionen reflektiert, so Niessner. „Für die Auseinandersetzung mit der eigenen Atmung muss man nicht auf einer Yogamatte sitzen, ganz im Gegenteil, man sollte lieber versuchen, die Themen in den Alltag zu integrieren. Das geht immer und überall: Ob am Frühstückstisch, auf dem Fahrrad, in der Bahn oder beim Sport, die Atmung ist allgegenwärtig.“
Atemjournal führen - Um die eigene Atmung besser kennenzulernen, sollte man sich verschiedene Fragen stellen und der Beobachtung der Gewohnheiten Zeit widmen: Wie atmet man in der momentanen Situation überhaupt? Wohin fließt die Luft? Wie lässt sich der Fokus ändern? Wie fühlt sich die Bauchatmung im Vergleich zur Brustatmung an?
Es gilt, den eigenen Flow zu beobachten, Atemrhythmen selbst probeweise zu verändern, die Wirkung solcher Wechsel zu analysieren, Mund- und Nasenatmung besser zu differenzieren. Niessner leitet aber auch dazu an, mentale Techniken anzuwenden und sich mentale Prozesse zu vergegenwärtigen – es ist ein Selbsterfahrungsprozess. In diesem Rahmen gilt es herauszufinden, was einem selbst guttut, um neue Routinen im Alltag auch dauerhaft etablieren zu können.
Im Podcast „Atempause“ kann man in Atemsessions oder Einheiten mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen – etwa zur Atmung und Sport oder Atmung und Sexualität – noch weit tiefer in die Materie eintauchen und sich später überhaupt selbst zum Breathwork Coach ausbilden lassen. Die Bandbreite von Niessners Atemschülern reicht von Psychologen über Physiotherapeuten und Yoga-Lehrern bis hin zu Unternehmern aus ganz unterschiedlichen Branchen.
Loslassen lernen - Der Atemcoach hat vor vielen Jahren übrigens über das Gerätetauchen in das Thema gefunden: „Mit meinen mehr als 100 Kilo habe ich einfach zu viel Luft unter Wasser verbraucht. Mit Atemtechniken konnte ich diesen Verbrauch extrem reduzieren. Gleichzeitig bin ich während der Übungen zur Ruhe gekommen, ja sogar eingeschlafen. Da dachte ich mir: ,Wow, da passiert wirklich viel.’“ Die erwachende Leidenschaft für das Apnoe-Tauchen, bei dem man mit einem Atemzug ohne Hilfsmittel möglichst lange unter Wasser bleibt, war ein Teil einer Reise zu sich selbst. Sie hat ihn unter anderem das Loslassen gelehrt, das Einnehmen neuer Perspektiven.
„Unsere Atmung verändert sich, abhängig von unserem körperlichen Zustand, unserer Belastung, unseren Gedanken und Emotionen“, sagt Niessner. Und so muss auch jeder und jede im Zuge einer persönlichen Reise jene Atemübungen finden, die individuell am besten passen. Wie schnell sich Veränderungen bemerkbar machen können, zeigen Lehrstunden zu dem, was er „Restorative Breathing“ nennt: Am Anfang der Inhalte steht die Auseinandersetzung mit der funktionellen Atmung, mit der Funktion der Lungen und dem Lungenvolumen. Fortschritte, letzteres deutlich zu erweitern, stellen sich bald ein, „manche Teilnehmer meiner Kurse haben schon nach ein, zwei Tagen einen Volumenzuwachs von über 40 Prozent“. Dabei bleibt seine Rolle im Hintergrund: „Ich sehe mich eher als Begleiter denn als Lehrer, die Impulse gibt sich jeder selbst.“
Zur Person - Timo Niessner ist Atemexperte, Mentaltrainer, Business Coach und Autor des Buchs „Frei atmen“. Der Sportökonom hat einst begonnen, Atemtechniken aus dem Apnoetauchen mit fundierten Methoden des Business-Coachings zu verknüpfen und bietet unter anderem Onlinekurse und in seinem Podcast „Atempause“ Atemsessions an.
7-Tage-Atemjournal: Hier downloaden!
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Kreativer Bastelspaß, kleine Halloween-Abenteuer und fantasievolle Kostüme sorgen für unvergessliche Urlaubsmomente und machen die gemeinsame Familienzeit zu etwas ganz Besonderem. Ob geheimnisvoll, verspielt oder herrlich gruselig – hier kommt echte Halloween-Stimmung auf.
Halloween-Highlights:
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