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18.03.2022Elke Jauk-Offner

Auf unkonventionellen Wegen

Es war der gutaussehende Mann in der Lobby, der Volker Küchler im zarten Alter von sechs Jahren im imposanten Panoramahotel in Thüringer Oberhof nachhaltig beeindruckt hat. „Der hatte einen tollen Anzug an und hat ansonsten nichts gemacht“, erzählt er schelmisch. Einmal Hoteldirektor sein, ja, das erschien ihm fortan absolut erstrebenswert. Und er ist es auch tatsächlich geworden, aber gemacht hat er seitdem ganz schön viel. Küchler ist Gastgeber im Oberjoch – Familux Resort im höchsten Bergdorf Deutschlands, auf einer Seehöhe von 1.200 Metern. Den Iseler, den Hausberg von Oberjoch, hat er stets im Blick – und die 138 Familiensuiten des Hauses mit seiner bewegten Geschichte natürlich auch.


Allgäuer und Oberlausitzer sind stur, aber wenn es passt, dann auf Lebenszeit


Seit jener schicksalshaften Begegnung in Kindertagen war der berufliche Weg für ihn jedenfalls vorgezeichnet. Küchler entschied sich erst einmal für die Ausbildung zum Kellner, „ich wollte nämlich immer lieber Bargeld in der Tasche haben“. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig: „Ich habe das wirklich mit Leib und Seele gemacht. In der Ausbildungszeit bin ich in 24 Monaten 22 Mal Lehrling des Monats geworden. Damals gab es dafür 50 Mark, das war richtig viel Geld“, erzählt der Oberlausitzer. Die Oberlausitzer sind den Allgäuern übrigens sehr ähnlich, konstatiert Küchler, „sie sind sehr stur, aber wenn es passt, dann passt es auf Lebenszeit“. Dennoch aufgepasst: Sag niemals Sachse zu einem Oberlausitzer! Der Landstrich ist besonders. Besonders schön. Und besonders eigen. 


DURCH EIN TIEFES TAL


Nach Stationen in der Eventgastronomie mit 18 Stunden-Arbeitstagen und geplanten Restaurantprojekten, aus denen dann doch nichts wurde, verschlug es Küchler – gerade frisch verheiratet – ins Allgäu. „Ich war eigentlich sehr heimatverbunden. Für mich war klar: Wenn ich einmal weggehe, dann sollten es die Alpen sein.“ Auf Garmisch-Partenkirchen folgte Oberjoch, Erfahrungen in der Familienhotellerie sammelte er im Kleinwalsertal. 1994 sollte es dann eine dauerhafte Beziehung mit dem heilklimatischen Ort – und dem damaligen Alpenhotel samt Alpenklinik werden. „Die Kombination von 4-Sterne-Hotel und Kurklinik war einzigartig. Es gab noch eine dritte Säule, die Mutter-Kind-Kur. Damit hatten wir drei vollkommen unterschiedliche Verpflegungsarten.“ 


Das Haus florierte bis Gesundheitsreformen nach und nach zu strengeren Kurvorgaben führten und aus „Kurlaubern“ echte Patienten wurden. Die Vereinbarkeit mit 4-Sterne-Hotelgästen unter einem Dach gestaltete sich immer problematischer, die Schwierigkeiten nahmen zu. „Es war der Anfang vom Ende.“ Und jener Zeitpunkt, als Volker Küchler vom Restaurantleiter zum F&B-Manager befördert wurde. Die Lage spitzte sich weiter zu, Küchler wurde Direktionsassistent und schlussendlich stellvertretender Direktor eines Pleitebetriebs in der Sanierungsphase. „Ich habe immer an den Standort und an die Größe des Hauses geglaubt.“ Und Herausforderungen mag er auch.

PASSION FÜR ZAHLENSPIELE


Die Klinik wurde geschlossen, der in Familux Resort-Kreisen als Zahlenjongleur bekannte Deutsche packte sein betriebswirtschaftliches Know-how aus, „Bank und Management zweifelten allerdings daran, weil ich nur ausgebildeter Kellner war“. Der Sinn für Zahlen ist allerdings Teil seiner DNA: „Ich war in der Schule dreifacher Mathe-Olympiasieger im Bezirk Dresden“, verrät er schmunzelnd. Excel-Listen musste er für das von der Bank geforderte Reporting dennoch erstmals bearbeiten, „wenn Dinge zu funktionieren beginnen, machen sie aber mehr und mehr Spaß.“ 


Von 2005 bis 2010 managte Küchler den Betrieb. Rund 80 „potential buyers“ interessierten sich für einen Kauf. „Aber ich habe ihnen das Haus einfach schlecht geredet, keiner hätte viel ins Hotel gesteckt. Mir war das Baby schon zu wertvoll geworden“, so der leidenschaftliche Gastgeber. Renoviert wurde in kleinen Schritten mit noch kleinerem Budget. Man stellte einige Tagungsräume auf die Beine, fusionierte Doppelzimmer zu Suiten und verlegte sich immer mehr auf die Zielgruppe Familien. „Ich habe auf jemanden gewartet, der das Potenzial des Hauses erkennt.“ Und eines Tages kam ein Paar. Noch dazu ohne Termin. Sie zeigten Interesse. Denn die Umsatz- und Belegungszahlen sprachen trotz allem für sich. „Ich habe auch sie wie alle anderen gefragt, ob sie zuerst die marode Schwimmbadtechnik oder lieber die kaputte Heizung sehen wollen“, erinnert sich Küchler. Doch die beiden ließen sich nicht beirren. Es waren Ernst und Andrea Mayer.  Und damit die Masterminds des unangefochtenen Vorbilds in Sachen Familienhotel, der Alpenrose in Lermoos. Küchler wollte also lieber auf der Stelle im Boden versinken.

AUFSTIEG IN DIE BUNDESLIGA


Der Rest ist Geschichte. Nicht nur die Chemie stimmte, schnell wurden gemeinsame Pläne geschmiedet. Einige Ideen lagen schon bei Küchler in der Schublade – vom Theater bis zur Rutsche. Dass letztere allerdings Maße von 128 Metern Länge annehmen und damit Deutschlands längste Reifenwasserrutsche werden sollte, das hatte Ernst Mayer im Talon – und vieles andere auch. „So hat alles Fahrt und Dynamik aufgenommen. Plötzlich war eine Perspektive da. Er war genau jener Investor, auf den ich jahrelang gewartet hatte. Seitdem ist die Entwicklung explodiert. Ich glaube nicht, dass es etwas Vergleichbares in dieser Größenordnung gibt. Wir sind aus der Kreisklasse ad hoc in die 2. Bundesliga aufgestiegen, phänomenal.“


Das Miteinander ist familiär und warmherzig, heute mehr denn je


Von den damals 80 Mitarbeitern sind mehr als 70 noch immer im Haus, die Loyalität ist immens. Mittlerweile ist das Oberjoch – Familux Resort auf ein 170-köpfiges Team angewachsen. Welche Prinzipien Küchler als Chef pflegt? „Ich glaube, ich habe mich nicht groß verändert. Ich bin gerne normal geblieben. Alles, was ich verlange, habe ich schon einmal selbst gemacht.“ Jahr für Jahr wurde und wird im Hotel erweitert und modernisiert –  Sauna, Chillout Deck, Suiten, Fitnesscenter. „Wir sind stolz darauf, aber es reicht noch nicht. Die Alpenrose hat mit dem großen Umbau wieder mächtig vorgelegt.“ Als nächstes kommt in Oberjoch das Außenbecken dran, die Kosmetik- und Wellnessabteilung soll auf dem Dach in einem Glaswürfel Platz finden, Chalets für Hundebesitzer und Penthäuser sind im Entstehen. Aber es sind nicht nur die vielen Neuerungen allein, das Haus punktet auch mit viel Emotion. „Persönliche Begegnungen sind zehn Mal mehr wert als früher. Das Familiäre und Warmherzige hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert.“ Kinder als Gäste? „Sie sind das Beste, was es gibt. Kinder sind ehrlich – sie sagen, wenn etwas nicht passt. Und wenn es passt, sagen sie es auch.“ Küchler ist in der Allgäuer Bergwelt jedenfalls ganz in seinem Element: „Ich könnte mir nie wieder vorstellen, etwas anderes zu machen. So, wie es jetzt ist, ist es genau richtig.“

Elke Jauk-Offner
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